Türkisfarbenes Wasser mitten im höchsten Gebirge Norddeutschlands? In der langen Liste der außergewöhnlichen Attraktionen der Region ist auch dieses farbintensive Naturereignis zu finden: der Blaue See im Harz.

Als Teil einer Wanderung oder einfach nur als kurzer Abstecher bei einer Tagestour: der Blaue See ist ein sehenswertes Highlight für jeden Ausflug in den Harz. Auf halber Strecke zwischen Rübeland und Hüttenrode und gut 20 Minuten mit dem Auto von Blankenburg entfernt, verbirgt sich hinter dem stillgelegten Kalksteinbruch am Garkenholz dieses ungewöhnliche Phänomen.

Der Blaue See im Harz im Wandel der Jahreszeiten

Um das „blaue Wunder“ zu verstehen, hilft ein kurzer Blick in die Naturwissenschaft. Der Blaue See wird von Regenwasser, aber auch von Karstquellen gespeist. Dieses Wasser ist sehr kalziumhaltig, sodass sich Kalziumkarbonat ausscheidet, welches Schwebstoffe und Algen bindet. Sie lagern sich als Kalkschlamm am Boden des Blauen Sees ab. Das Wasser darüber ist nährstoffarm und sauber und reflektiert besonders den blauen Anteil des Sonnenlichts.

Dieser Effekt tritt vor allem im Frühling auf, sodass dies auch die beste Jahreszeit ist, um dem Blauen See einen Besuch abzustatten. Zu diesem Zeitpunkt führt der See besonders viel Wasser und leuchtet türkisblau.

Im Laufe des Sommers versickert das Wasser des Sees in dem kalkigen Untergrund. Durch Regenwasser und Schwebeteilchen wird der Blaue See wieder nährstoffreicher und Algen wachsen. Der See erscheint dann eher grün. Ist der Sommer besonders trocken, kann auch der Blaue See im Herbst so gut wie austrocknen.

Also nutzt den Frühling und Frühsommer für einen Ausflug zum Blauen See im Harz. Das klare, kalte Wasser lädt nach einer Wanderung dazu ein, die müden Füße abzukühlen. Sonne tanken und ein Picknick mit Blick auf das türkisfarbene Schauspiel ist ein Glanzpunkt für jeden Urlaub im Harz.

Wie kommt ein Blauer See in den Harz?

Der Harz ist eine historische Bergbauregion. Bereits seit 1885 wurde in dem Kalksteinbruch Am Garkenholz Kalkstein zur Herstellung von Branntkalk abgebaut. Der wirtschaftliche Nutzen des Kalksteinabbaus hing eng mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnverbindung zwischen Blankenburg und Rübeland zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Abbau eingestellt, 1955 dann endgültig stillgelegt und die Produktionsanlagen zurückgebaut.

Die Eingriffe, die der Bergbau in der Natur hinterließ, wurden zugeschüttet, mit der Zeit von der Natur überwuchert, oder sie füllten sich mit Wasser. Bei dem Blauen See im Harz handelt es sich demnach um einen Steinbruchsee.

Reste eines ehemaligen Kalkbrandofens sind auf einem Rundweg um den Blauen See zu entdecken, wodurch eine Wanderung auch für Familien mit Kindern reich an Abwechslung ist. Allerdings sind die Wege zum Teil naturbelassen oder steil, und somit nicht empfohlen für die Mitnahme von Kinderwagen.

Mit dem Auto ist der Blaue See aber auch durch einen kurzen Abstecher von der Bundesstraße B 27 und einem ca. fünfminütigen Fußweg zu erreichen.

Ziel einer ausgedehnteren Wanderung könnte der Höhlenort Rübeland werden, eine kleine Ortschaft mit ca. 1400 Einwohnern in knapp vier Kilometern Entfernung. Die verbindenden Elemente zwischen dem Blauen See und dem Höhlenort sind Kalkstein und Wasser. Denn die Attraktionen des Höhlenorts Rübeland sind die beiden Tropfsteinhöhlen Hermannshöhle und Baumannshöhle, die für Groß und Klein spannende Erlebnisse unter Tage bereithalten.

Der Blaue See als Punkt im erdgeschichtlichen Netzwerk

Die gesamte Harzregion ist, nicht nur für geologisch Interessierte, ein Paradies für Entdecker, und als Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen Teil des europäischen Geopark Netzwerkes. Um die Vielfalt an natur- und erdgeschichtlichen Besonderheiten zu systematisieren, wurde ein Netz aus Landmarken und Geopunkten entwickelt.

Landmarken sind besonders bekannte Punkte des Geoparks. Die Baumannshöhle in Rübeland gehört dazu. Geopunkte sind Fenster, die einen Einblick in die Erdgeschichte erlauben. Der Blaue See ist Geopunkt 2 im Gebiet der Landmarke 13 – Baumannshöhle.

Und so ist der Blaue See im Harz das perfekte Ausflugsziel für ganz unterschiedliche Besucher:

  • Für Familien, die bei einer erfolgreichen „Schnitzeljagd“ nach Überbleibseln des Bergbaus gesucht haben und sich hier nun eine Pause zum Erholen gönnen, während die Kinder Steine über das Wasser hüpfen lassen.
  • Für Wanderer, für die der Blaue See eine willkommene Rast auf ihrem Weg durch den Geopark ist.
  • Für Ruhesuchende, denen der Sinn nach Waldluft und Sonnenschein steht und die bei einem außergewöhnlichen Panorama die Seele baumeln lassen.
  • Für Neugierige auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Naturerscheinung, die zwar nicht einzigartig, aber weltweit doch nicht oft zu finden ist.
  • Für Hobby-Geologen, die in der fachlich ohnehin schon reichhaltigen Harzregion, hier noch einen besonders eindrücklichen Einblick in das Innenleben unserer Erde herhalten.

Und für alle, die einfach mal eine kurze Auszeit brauchen!

Der Blaue See gehört für jeden auf die Liste der Ausflugsziele im Harz!

Blauer See
38889 Elbingerode

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