Wernigerode, die „bunte Stadt am Harz“, besitzt neben dem markanten Rathaus mit ihrer weithin sichtbaren Schlossanlage ein weiteres weit über ihre Grenzen hinaus bekanntes Wahrzeichen. Die nach dem Vorbild des norddeutschen Historismus umgestaltete Burganlage wird häufig auch als „Neuschwanstein des Nordens“ bezeichnet. Hier erfährst Du mehr über die lange und bewegte Geschichte und die touristische Bedeutung von Schloss Wernigerode im Harz.

Lage und Anreise

Schloss Wernigerode thront auf einer Anhöhe im Südosten der Stadt. Die Burganlage ist zentral gelegen. Der Brocken ist in weniger als einer Autostunde zu erreichen. Hast Du entlang der B6 Wernigerode erreicht, folgst Du der Beschilderung „Zentrum“. Fahrzeuge werden auf dem Besucherparkplatz „Altstadt/Schloss“ abgestellt.

Wenn Du mit der Bahn angereist bist, erreichst Du den Parkplatz in der Altstadt entlang der Rudolf-Breitscheid-Straße innerhalb wenigen Minuten. Der zentrale Parkplatz ist auch erster Anlaufpunkt für Reisebusse.

Die schnellsten Wege zum Schloss Wernigerode:

  • Spaziergänger: Folge vom Parkplatz den Ausschilderungen. Am schnellsten zur Burg gelangst Du über die Breite Straße in etwa 20 Minuten.
  • Radler: Das Schloss kann im Rahmen einer Tour durch den Harz direkt angefahren werden. Lass Dich dabei nicht aus der Puste bringen, denn die Steigung beträgt 23 Prozent.
  • Romantiker: Hinter dem Rathaus macht alle 20 Minuten die Bimmelbahn Station.
  • Besucher mit wenig Zeit: An der Alten Kapelle und am Parkplatz kann die Wernigeröder Schlossbahn bestiegen werden. Abfahrt ist in Abständen von 25 Minuten

Ein Blick in die Geschichtsbücher

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Schloss Wernigerode im Jahre 1213. Es wird angenommen, dass „Castrum Wernigerode“ aus den Anfängen des 12. Jahrhunderts stammt und über einer bestehenden Siedlung erbaut wurde.

Im Mittelalter galt Schloss Wernigerode als eine der trutzigsten Harzburgen. Bauherr Graf Adalbert stammte aus dem Raum Hildesheim und bekam den Auftrag, die kaiserliche Machtstellung im Harz zu festigen.

Schloss Wernigerode wurde auf der Kuppe des Agnesberges als Höhenburg erbaut. Zu ihren Füßen kreuzten sich wichtige Handelswege. Wohngebäude für die niedergelassenen Händler und Handwerker wurden direkt in den Mauerring der Burg einfügt. Aufgrund der zahlreichen Umbauten ist vom ursprünglichen „Hofstubenbau“ oder „Steinernem Haus“ wenig erhalten geblieben. Die veränderten Gebäude kannst Du heute im Rahmen des Museumsrundgangs besichtigen.

Das Erscheinungsbild von Schloss Wernigerode im Harz

Heute wirkt der Innenhof großzügig geschnitten. Einst befanden sich hier Bergfried und Burgkapelle. Im 14. Jahrhundert wurden beide Gebäude abgerissen. Eine neue und größere Kirche entstand auf der Ostseite der Burganlage. Der Turm an der Nordwestseite wurde im 14. Jahrhundert errichtet und sicherte die Verteidigung der Burg.

Damit die Burg vor Angreifern noch besser geschützt war, wurden im späten Mittelalter die über dem Ringgraben angebrachten hölzernen Palisaden durch eine steinerne Ringmauer ersetzt. Die Kernburg war mit einem umfassenden Verteidigungswall aus Gräben, Mauern, Toren und Zwingern versehen. Bis in das 16. Jahrhundert galt das Schloss als uneinnehmbar und bliebt von den Verwüstungen des deutschen Bauernkrieges verschont.

Die militärische Schutzfunktion wurde Ende des 17. Jahrhunderts mit dem Umbau zum barocken Wohnschloss aufgehoben. An der Südseite des Schlosses entstand der von Fachwerk beherrschte „Sommerbau“.

Eine entscheidende bauliche Veränderung an Schloss Wernigerode wurde Mitte des 19. Jahrhunderts vollzogen. Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode, Vizekanzler des Deutschen Reiches, war viel daran gelegen, die repräsentativen Eigenschaften des Schlossbaus in den Vordergrund zu stellen. Der Ausbau zum Prunkschloss vollzog sich zwischen 1862 und 1885.

Der Innenhof erhielt seinen bis heute erhaltenen malerischen Charakter. Der Wiener Architekt Friedrich von Schmidt lieferte die Vorlage zur 1880 geweihten Schlosskirche. Der heutige Gebäudekomplex umfasst etwa 250 Räume und ist mit zahlreichen Türmen besetzt. Die Innenarchitektur wird von Parkettböden, Wandvertäfelungen und Kassettendecken geprägt.

Sehenswertes auf Schloss Wernigerode im Harz

Auf Schloss Wernigerode kannst Du eine Reise in die Vergangenheit antreten. Etwa 50 original getreu eingerichtete Räumlichkeiten entführen in die Kaiserzeit. Ausstellungen zu Möbel und Kunsthandwerk, welches im 16. bis 19. Jahrhundert entstand, komplettieren die Besichtigungstour.

Nicht versäumen solltest Du folgende Sehenswürdigkeiten auf dem Schlossgelände:

  • Schlossterrassen: Hier befanden sich einst die Stallungen für die Pferde. Heute kannst Du am Fuße der Burg in gemütlichem Ambiente schlemmen und die Aussicht bis zur berühmten Rosstrappe schweifen lassen.
  • Schlosskirche St. Pantaleon und Anna: Es handelt sich um eine historische Hallenkirche. Sehenswert sind die Buntglasfenster, der neogotische Altar und die aus französischem Kalkstein bestehende Kanzel.
  • Rauchsalon: Hier zog sich die adlige Herrschaft zurück, um sich Zigarren schmecken zu lassen. Der Raum kann für Hochzeiten genutzt werden und ist im Rahmen von Sonderveranstaltungen zugänglich.
  • Museumsladen: Im historischen Weinkeller kannst Du ein hübsches Andenken finden und wirst an Deinen Besuch auf Schloss Wernigerode erinnert.

Auf zur Besichtigung

Zwischen Mai und Oktober werden täglich zwischen 10 und 18 Uhr Führungen durch das Schloss angeboten. In den Wintermonaten ist die Anlage zwischen 10 und 16 Uhr zugänglich. Montags bleibt das Schloss Wernigerode zwischen November und April geschlossen.

Als kultureller Höhepunkt gelten die Wernigeröder Schlossfestspiele, die im Innenhof des Schlosses stattfinden. Bei schlechtem Wetter wird in den Fürstlichen Marstall ausgewichen.

Allen Fans der Burg Wernigerode geben wir noch einen Ausflugstipp mit auf den Weg: Im Bürger- und Miniaturenpark kann Schloss Wernigerode en miniature bestaunt werden und weitere 60 Modelle bekannter regionaler Sehenswürdigkeiten machen Lust auf Urlaub im Harz.

Am Schloß 1
38855 Wernigerode

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